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Die nachfolgenden Informationen sind nicht als Konsumaufforderung zu verstehen!

 

Speed bzw. Crystal

Beschreibung

Speed ist die Bezeichnung für Amphetamin und Crystal für das stärkere Methamphetamin. Beide Substanzen werden zu den Weckaminen gezählt.

Aufnahme und Abbau

Amphetamine, werden entweder in Pulverform geschnupft, in Papierkügelchen oder Getränken geschluckt, in Tablettenform konsumiert, selten intravenös injiziert. Die Droge wirkt nach wenigen Sekunden bis Minuten und erhält ihre Wirkung über mehrere Stunden (Halbwertszeit liegt bei 8 bis 30 Stunden!). Die Droge erhöht indirekt (über Blockade der Wiederaufnahme) die Konzentration der körpereigenen Botenstoffe Noradrenalin und Dopamin im synaptischen Spalt, dringt jedoch vor allem in die präsynaptischen Speicherorte ein und setzt das in Speicherbläschen vorhandene Noradrenalin und Dopamin frei. Zusätzlich wird die Produktion des Stresshormons Adrenalin im Nebennierenmark angeregt. Es kommt zur fight-or-flight-Reaktion, einer ehemals überlebenswichtigen Strategie: Körperfunktionen, welche zum Kämpfen oder Flüchten wichtig sind (Herz-Kreislauf, Atmung), werden vermehrt aktiviert, energieverschwendende Funktionen gedrosselt (Verdauung, sexuelle Funktionen).
Bei hohen Dosierungen, wird auch Serotonin ausgeschüttet. Der Wirkstoffgehalt kann erheblich schwanken, je nach Verschnitt (mit Paracetamol, Milchpulver oder anderem).

 

Wirkung

Kurzfristige Wirkung auf das Erleben und Verhalten bei niedrigen Dosen:

Erleben und Verhalten

Überwachheit

Euphorie

Grenzenlose Energie/Stärke wird gefühlt

Gesteigertes Selbstvertrauen

Unruhe

Schlafstörungen

Eingeschränktes Kurzzeitgedächtnis

Verlust der Schmerzempfindung + des Hungergefühls

Intensiveres Empfinden akustischer, visueller und taktiler Reize

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


 

Physiologische Wirkung bei niedrigen Dosen

Physiologie

Erhöhter Blutdruck + beschleunigter Puls

Bronchialmuskulaturentspannung

Beschleunigte Atmung

Hemmung der intestinalen Funktionen (z.B. Verdauung)

Blutgefäßverengung in Haut + Schleimhäuten

Erweiterte Pupillen

Temperatursteigerung

Hemmung der Sexualfunktionen

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Langzeitfolgen bzw. Folgen von hoher Dosierung

Die psychologischen Langzeitfolgen bei Dauerkonsum sind:

Erleben und Verhalten

Ausführen sinnloser ständig wiederholter Tätigkeiten: zwanghafte Aktivität

Nervosität

Agitiertheit (Erregung, Unruhe)

Verwirrung

Schlaflosigkeit

Benommenheit

Aggressives Verhalten

Argwohn

Depression

Zustände, die der paranoiden oder halluzinatorischen Schizophrenie ähneln

 

Die physiologischen Folgen bei Dauerkonsum sind:

Physiologie

Kopfschmerzen

Starker Gewichtsverlust, Abmagerung

Hautentzündungen

Herzrhythmusstörungen

Magenschmerzen, -blutungen, -durchbruch

Diabetesgefahr

Lebervergiftung

Selten Krampfleiden

Mundtrockenheit

Bei Überdosierung Kreislaufkollaps, Bewusstlosigkeit bis zum Koma

 

Suchtgefahr

Zur schnellen Toleranzsteigerung: Nach mehrmaligem massivem Gebrauch in kurzen Zeitabständen kann die Wirkung nicht mehr erzielt werden. Nach ca. einer Woche Abstinenz ist die Toleranz wieder aufgehoben.
Amphetaminkonsum geht mit einem hohen psychischen Abhängigkeitsrisiko einher. Nach Absetzen der Droge gibt es Wirkungen, die den Symptomen der niedrigen Dosierung entgegengesetzt sind: starkes Hungergefühl, Schlafbedürfnis, depressive Zustände, Gereiztheit etc. Diese Zustände können mehrere Tage anhalten.

 

Wechselwirkungen

Vermeide Mischkonsum mit anderen aufputschenden Substanzen wie koffeinhaltige Getränke (v.a. Energizer), Kokain und Ecstasy. Die Kreislaufbelastung ist sehr hoch, so dass es zu einem Zusammenbruch kommen kann. Außerdem verstärken sich die unangenehmen Nebenwirkungen. Zudem übertönen Amphetamine die Wirkung von anderen Substanzen, Du hast nichts davon.
Keine Amphetamine zusammen mit Medikamenten, es droht Lebensgefahr!
Amphetamine und Alkohol trocknen den Körper aus und Du merkst vom Alkohol sowieso kaum etwas. Also besser nicht mischen.
Amphetamine und Cannabis können leicht zu einem Kreislaufkollaps führen.

Vorsichtsmaßnahmen

  1. Keine Amphetamine, wenn Du schwanger bist: es kann zu schweren körperliche Missbildungen Deines Babys kommen. Eine Fehlgeburt ist möglich
  2. Für ausreichende Flüssigkeitszufuhr ohne Alkohol sorgen und nach dem Rausch gesundes Essen zu Dir nehmen. Amphetamine zehren den Körper aus und es ist daher wichtig, Mineralien und Vitamine aufzunehmen
  3. Hände weg vom Steuer!
  4. Kein „binge“ Konsum, d.h. nicht am Stück so viel konsumieren wie möglich, sondern Maß halten!
  5. Überhitzung vermeiden, also Tanzpausen einlegen und Wasser trinken
  6. Nie Amphetamine, wenn Du unter Bluthochdruck, Schilddrüsenstörungen, Herz-Kreislaufproblemen, Leber- / Nierenschäden, Diabetes oder psychischen Störungen (vor allem Angststörungen) leidest
  7. Keine Amphetamine, wenn Du Medikamente nimmst. Lebensgefahr droht vor allem bei Beta-Blockern, MAO-Hemmern und trizyklischen Antidepressiva aber auch bei Schlaf- bzw. Beruhigungsmitteln
  8. Niedrig dosieren: die Nebenwirkungen bei hohen Dosierungen sind stärker als die eigentlich erwünschte Wirkung!

 

Im Notfall

Bei Erbrechen oder Bewusstlosigkeit: Bringe die Person in die stabile Seitenlage, damit der-/diejenige nicht ersticken kann und kontrolliere Puls und Atmung (vor allem, wenn die Person auch andere Drogen konsumiert hat). Notfalls (also bei Atem- bzw. Herzstillstand) Beatmen (Kopf nach hinten überstrecken, Mund zuhalten, mit weit geöffnetem Mund die Nase umschließen und 2 Atemstöße geben) und Herzmassage (Hände übereinander auf die Mitte des unteren Brustbeins legen und mit gestreckten Armen durch das eigene Körpergewicht schnell 15- bis 30-mal den Brustraum 4-5 Zentimeter niederdrücken) durchführen. 

Falls nötig, rufe den Notarzt (Telefonnummer 112) und beschreibe diesem dann vor Ort was vorgefallen ist (vor allem welche Drogen konsumiert wurden). Der Arzt hat Schweigepflicht, die Polizei nicht.

 

Nicht in Panik geraten und vor allem die betroffene Person nicht alleine lassen!
Nicht einfach wegschauen, wenn es jemandem schlecht geht!

Stand 10/2011  | KOMMA, Marchlewskistr. 88, 10243 Berlin