Die nachfolgenden Informationen sind nicht als Konsumaufforderung zu verstehen!
Nikotin
Beschreibung
Nikotin gehört zu den Alkaloiden und kommt vor allem in Blättern von Nachtschattengewächsen vor. Nikotin ist eine farblose, wasserlösliche Flüssigkeit, die sich bei Luftkontakt braun färbt und ein starkes Nervengift.
Aufnahme und Abbau
Nikotin wird leicht von allen Oberflächen im und am Körper resorbiert: von der Lunge, den Schleimhäuten, dem Magen-Darm-Trakt und der Haut. Daher gibt es nikotinhaltige Produkte zum Rauchen, Schnupfen, Kauen und Pflaster. Der Wirkstoff tritt schnell in alle Körperflüssigkeiten über (Wirkungseintritt nach schon 7 Sekunden), die Halbwertszeit beträgt 2 Stunden. Die Leber metabolisiert 80 bis 90 Prozent der Droge vor der Ausscheidung über die Nieren. Nur durch den schnellen Abbau von Nikotin im Körper stirbt der Mensch nicht sofort beim Rauchen.
Nikotin aktiviert nicotinische Acetylcholinrezeptoren im ZNS und im peripheren Nervensystem und wirkt indirekt auf dopaminerge Neuronen im Mittelhirn. Nikotin induziert keine ausgeprägte Toleranz. Der Konsument lernt, die Nikotinmenge im Blut durch ständiges Weiterkonsumieren konstant zuhalten.
Wirkung
Bei Erstgebrauch entsteht Übelkeit, da das Brechzentrum in Hirnstamm angeregt wird. Gegenüber dieser Wirkung entwickelt sich rasch Toleranz.
Kurzfristige Wirkung auf das Erleben und Verhalten:
Erleben und Verhalten |
| Entspannung |
Steigerung der psychomotorischen Aktivität |
Steigerung kognitiver Funktionen |
Steigerung der sensumotorischen Leistung |
Steigerung der Aufmerksamkeit und der Merkfähigkeit |
Physiologische Wirkung
| Physiologie |
Herabsetzung des Muskeltonus |
Herzfrequenz- und Blutdruckerhöhung |
Magen-Darm-Trakt- Aktivierung |
Adrenalinfreisetzung (fight-or-flight) |
Bei Überdosierungen (tödliche Dosis liegt bei ca. 50 Milligramm Nikotin) kommt es zu Tremor und Krämpfen. |
Langzeitfolgen
Die psychologischen Langzeitfolgen bei Dauerkonsum sind:
Abhängigkeit!
Die physiologischen Folgen bei Dauerkonsum sind:
Unter den hunderten (!) toxischen Substanzen im Zigarettenrauch sind unter anderen Nikotin, Kohlenmonoxid, Teer, Blausäure, Cadmium und Kondensate. Diese sind für Herz- und Gefäßkrankheiten (Herzinfarkt, Schlaganfall, Lungenembolie, Raucherbein), Atemwegserkrankungen (Asthma, chronische Bronchitis) und verschieden Krebsarten verantwortlich. Herabgesetzte Sauerstoffmenge im Blut. Die Magenschleimhaut wird angegriffen, was zu Magengeschwüren führen kann. Eingeschränkter Geruchs- und Geschmackssinn. Die Substanzen haben negative Auswirkungen auf den Schwangerschaftsverlauf und die Fetalentwicklung.
Suchtgefahr
Nikotin erzeugt eine schwere körperliche und psychische Abhängigkeit. Zu den Entzugssymptomen gehören: unbändiges Craving, Reizbarkeit, Wut, Angst, Konzentrationsschwierigkeiten, Unruhe, Ungeduld, Appetitzunahme und Schlafstörungen.
Wechselwirkungen
Gleichzeitiger Konsum von Zigaretten und dem Verhüten mittels der Pille erhöht das Risiko für Durchblutungsstörungen und Thrombosen, was zu Herzinfarkt, Schlaganfall oder Lungenembolie führen kann.
Vorsichtsmaßnahmen
- Bei Kleinkindern ist der Tod durch das Verzehren von Zigaretten möglich (eine Zigarette kann reichen!), also immer unerreichbar verstauen!
- Nicht unmittelbar vor und während einer Schwangerschaft konsumieren: Gefahr von Früh-, Fehl- und Missgeburten (Wachstums- und Entwicklungsstörungen durch Unterversorgung des Fetus durch die Minderdurchblutung der Nabelschnur durch Nikotin!
Im Notfall
Bei Überdosierung bzw. wenn ein Kind Zigaretten konsumiert hat: Notarzt rufen und diesem beschreiben, wie viel konsumiert wurde.
Notfalls (also bei Atem- bzw. Herzstillstand) Beatmen (Kopf nach hinten überstrecken, Mund zuhalten, mit weit geöffnetem Mund die Nase umschließen und 2 Atemstöße geben) und Herzmassage (Hände übereinander auf die Mitte des unteren Brustbeins legen und mit gestreckten Armen durch das eigene Körpergewicht schnell 15- bis 30-mal den Brustraum 4-5 Zentimeter niederdrücken) durchführen.
Nicht in Panik geraten und vor allem die betroffene Person nicht alleine lassen!
Nicht einfach wegschauen, wenn es jemandem schlecht geht!