Die nachfolgenden Informationen sind nicht als Konsumaufforderung zu verstehen!
Medikamente
Hier kann nur sehr oberflächlich auf Barbiturate und Benzodiazepine eingegangen werden, da das Feld „Medikamente“ in seiner Gesamtheit den Rahmen sprengen würden. Bei Fragen zu einem bestimmten Medikament einfach den Arzt fragen!
Beschreibung
Ein Medikament ist ein Mittel, welches in einer bestimmten Dosierung zur Heilung, Vorbeugung oder Linderung einer Krankheit dient.
Aufnahme und Abbau
Die Drogen Barbiturate und Benzodiazepine wurden bzw. werden hauptsächlich vom Arzt verschrieben und sind daher meist in Tablettenform erhältlich, es gibt manche aber auch als Injektionen. Sie wirken vor allem an GABA-Rezeptoren. Wirkungseintritt nach oraler Aufnahme ist nach ca. 15 Minuten.
Barbiturate sind in Deutschland nicht mehr zugelassen. Es gibt langwirkende Barbiturate zur längerfristigen Beruhigung und kurzwirkende als schnellwirkende Beruhigungs- und Schlafmittel. Letztere gelten allgemein als suchterzeugend. Barbiturate haben Halbwertszeiten von 3 Minuten bis zu 100 Stunden! Barbiturate entspannen die Muskeln und führen in kleinen Dosen zu einem leicht euphorischen Zustand.
Benzodiazepine sind angstlösend, muskelentspannend, krampflösend und sedierend. Es sind je nach Präparat Halbwertszeiten von 1,5 Stunden bis zu 120 Stunden möglich.
Wirkung
Kurzfristige Wirkung auf das Erleben und Verhalten:
Bei hohen Dosen der Drogen wird die Sprache undeutlich und verschwommen, der Gang unsicher. Urteilskraft und Konzentration und Arbeitsfähigkeit sind stark beeinträchtigt. Der Konsument verliert die emotionale Kontrolle, wird reizbar und aggressiv.
Physiologische Wirkung
Bei hohen Dosen fällt der/die KosumentIn in einen vermeintlich tiefen Schlaf, welcher jedoch durch verkürzte oder ausbleibende REM-Schlaf-Phasen nicht ausreichend erholsam ist. Sehr hohe Dosen können tödlich sein, besonders wenn dazu Alkohol getrunken wird.
Langzeitfolgen
Bei langem Missbrauch können Gehirn und Persönlichkeit verändert werden.
Die psychologischen Langzeitfolgen bei Dauerkonsum sind:
Verwirrtheit, Erregungszustände und Wutanfälle, Erinnerungslücken, Aggressivität, Depression
Die physiologischen Folgen bei Dauerkonsum sind:
Bewegungs- und Gangstörungen, andauerndes Schwächegefühl, Schwindel, Sehstörungen wie Doppelbilder oder Halluzinationen
Suchtgefahr
Körperlich wie psychisch sehr hohes Abhängigkeitspotential! Es kommt zu Toleranzsteigerungen. Die Entzugssymptome nach Absetzen sind besonders schwer und langwierig und können (wie beim abrupten Absetzen von Benzodiazepinen) zum Tod führen. Delirium, Krämpfe und andere Symptome haben Ähnlichkeit mit dem abrupten Alkoholentzug.
Wechselwirkungen
Vor allem bei gleichzeitigem Konsum von Alkohol, Heroin oder beidem besteht die Gefahr einer unkalkulierbaren gegenseitigen Wirkungsverstärkung vor allem der Atemlähmung.
Vorsichtsmaßnahmen
- Medikamente nur nach Verordnung durch den Arzt in der besprochenen Dosierung konsumieren!
- Schwangere gehen bei Konsum von Benzodiazepinen die Gefahr von Missbildungen des Fötus ein
- Hohe Unfallgefahr durch die einschläfernde und muskelentspannende Wirkung, da die Koordinations- und Reaktionsfähigkeit gestört sein kann
- Nach langem Konsum nicht abrupt aufhören, sondern langsam ausschleichen, da sonst lebensgefährliche Komplikationen entstehen können
- Hände weg vom Steuer nach Konsum
- Bei Überdosierung von Barbituraten: Tod durch Atemlähmung
Im Notfall
Bei Erbrechen und Bewusstlosigkeit: Bringe die Person in die stabile Seitenlage, damit der-/diejenige nicht ersticken kann.
Kontrolliere Puls und Atmung vor allem, wenn die Person auch andere Drogen konsumiert hat. Notfalls (also bei Atem- bzw. Herzstillstand) Beatmen (Kopf nach hinten überstrecken, Mund zuhalten, mit weit geöffnetem Mund die Nase umschließen und 2 Atemstöße geben) und Herzmassage (Hände übereinander auf die Mitte des unteren Brustbeins legen und mit gestreckten Armen durch das eigene Körpergewicht schnell 15- bis 30-mal den Brustraum 4-5 Zentimeter niederdrücken) durchführen.
Falls nötig, rufe den Notarzt (Telefonnummer 112) und beschreibe diesem dann vor Ort was vorgefallen ist (vor allem welche Drogen konsumiert wurden). Der Arzt hat Schweigepflicht, die Polizei nicht.
Nicht in Panik geraten und vor allem die betroffene Person nicht alleine lassen!
Nicht einfach wegschauen, wenn es jemandem schlecht geht!