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Die nachfolgenden Informationen sind nicht als Konsumaufforderung zu verstehen!

 

LSD

Beschreibung

Lysergsäurediethylamid (LSD) ist eine farb-, geruch- und geschmacklose Lösung.

 

Aufnahme und Abbau

LSD wird üblicherweise flüssig auf Würfelzucker oder auf dünne Pappe aufgetragen oder als Mikrotablette geschluckt. Die Substanzen werden innerhalb von einer Stunde resorbiert und erreichen ihre Höchstkonzentration nach ungefähr 2 bis 3 Stunden. Die Wirkung hält 6 bis 8 Stunden an und die Substanzen werden in der Leber metabolisiert. LSD wirkt als partieller Agonist an Serotoninrezeptoren und am Dopamin D2-Rezeptor.
Die Substanz löst eher selten bzw. nur in hohen Dosen echte Halluzinationen aus, sondern eher Verzerrungen und Umdeutungen von Sinneseindrücken mit realem Hintergrund: Pseudohalluzinationen des Gesichts- und Gehörsinnes, Wirklichkeitsentfernung, Wahrnehmungs- und Erkennungsbeeinträchtigung.

 

Wirkung

Kurzfristige Wirkung auf das Erleben und Verhalten:

Es können extreme psychische Veränderungen durch Selbsterfahrung und Umgestaltung der inneren Wirklichkeit in Gang setzen.
Charakteristisch sind: Änderung der Stimmung und des Gefühlszustandes innerhalb von Sekunden, visuelle Halluzinationen und Verzerrungen anderer Sinneseindrücke, Synästhesien (Verknüpfung von nicht zusammengehörigen Sinneseindrücken: z.B. eine laute Farbe). Am Ende der Wirkung sind Störungen der Denkprozesse, verändertes Zeitempfinden und psychotischen Episoden möglich (auch als so genannter „Horrortrip“): die Substanzen vermindern psychischen Schutzmechanismen, die Fähigkeit emotionale Reaktionen unter Kontrolle zu behalten. Bleiben diese aus, so wird der Zustand als Losgelöstsein beschrieben. Nach dem Konsum treten bei ca. 15% der Konsumenten Flashbacks auf, deren Zustandekommen ungeklärt ist.
Schon nach einmaligem Konsum ist ein „Hängenbleiben“ möglich, d.h. der/die KonsumentIn bleibt in seiner/ihrer Erfahrung hängen - also in einem psychotischen Zustand, welcher unter Umständen unumkehrbar ist.

Physiologische Wirkung
LSD verändert kaum allgemeinphysiologische Vorgänge im Organismus (möglich sind Steigerung des Blutdruckes, des Blutzuckerspiegels, der Körpertemperatur und der Pulsfrequenz sowie Pupillenerweiterung)

 

Langzeitfolgen

Die psychologischen Langzeitfolgen bei Dauerkonsum sind:
Nachgewiesen sind Flashbacks. Die Gefahr beim Dauerkonsum ist vor allem, dass psychische Störungen, die schon vorhanden waren, ausgelöst werden. Das kann eine Psychose, aber auch eine andere psychische Störung sein (Angststörungen, Depression, Persönlichkeitsstörungen, etc.).

Die physiologischen Folgen bei Dauerkonsum sind:
Körperliche Schädigungen sind noch nicht erforscht; eine Theorie besagt, das LSD das Erbgut verändert.

 

Suchtgefahr

Es entwickelt sich Toleranz, welche nach wenigen Tagen abgeklungen ist. Es gibt keine Entzugserscheinungen, also keine körperliche Abhängigkeit. Eine psychische Abhängigkeit tritt nur äußerst selten auf.

 

Wechselwirkungen

Vor allem bei Erstkonsum nicht mit anderen Substanzen konsumieren! Die Wirkung wird unkalkulierbar.
Nie mit Speed konsumieren, es können so genannte Horrortrips ausgelöst werden.
Bei LSD in Kombination mit Cannabis verstärkt sich einerseits die halluzinogene Wirkung, andererseits wird das Risiko eines Psychoseausbruchs höher.
Andere Substanzen erhöhen in Kombination mit LSD die Krampfanfälligkeit.

Vorsichtsmaßnahmen

 

  1. Personen, die sich in psychologischer oder psychiatrischer Behandlung befinden sollten auf keinen Fall LSD konsumieren
  2. Niemals LSD, wenn Du Dich schlecht fühlst oder Angst vor LSD hast. Die Substanz überhöht diesen Zustand und ein nicht endender Horrortrip ist möglich.
  3. Wenn überhaupt, dann nur in positiver Umgebung und nur mit vertrauten Menschen
  4. LSD ist eine sehr starke Droge und kann Dein gesamtes Empfinden und Denken dauerhaft verändern, daher sollte LSD eine Ausnahme bleiben!
  5. Nicht konsumieren, wenn Du müde bist.
  6. Falls Du während der Erfahrung auf negative Gedanken kommst, bzw. einen Horrortrip erlebst: lenke Deine Gedanken auf eine positive Ebene; mache Dir bewusst, dass Du LSD konsumiert hast und suche wenn möglich eine reizarme Umgebung auf;
  7. Niemals am Straßenverkehr teilnehmen!
  8. Wenn Du schwanger bist: kein LSD-Konsum, die Substanz kann Wehen auslösen
  9. Auch nicht während der Menstruation konsumieren, da starke Schmerzen möglich sind
  10. Nach dem Trip: Erfahrungen nachbereiten!

 

Im Notfall

Bei Überdosierung oder Horrortrip kann Vitamin C in hoher Konzentration helfen, d.h. ein entsprechendes Getränk konsumieren. Auch kann ein beruhigendes Gespräch sehr gut helfen.

Falls nötig (jemand ist absolut nicht zu beruhigen oder erleidet einen Krampfanfall), rufe den Notarzt (Telefonnummer 112) und beschreibe diesem dann vor Ort was vorgefallen ist (vor allem welche Drogen konsumiert wurden). Der Arzt hat Schweigepflicht, die Polizei nicht.
Im Notfall, also bei Ohnmacht - vor allem bei Mischkonsum: Kontrolliere Puls und Atmung und wenn nötig (bei Atem- bzw. Herzstillstand) beatme (Kopf nach hinten überstrecken, Mund zuhalten, mit weit geöffnetem Mund die Nase umschließen und 2 Atemstöße geben) und gib eine Herzmassage (Hände übereinander auf die Mitte des unteren Brustbeins legen und mit gestreckten Armen durch das eigene Körpergewicht schnell 15- bis 30-mal den Brustraum 4-5 Zentimeter niederdrücken). 

Nicht in Panik geraten und vor allem die betroffene Person nicht alleine lassen!!
Nicht einfach wegschauen, wenn es jemandem schlecht geht!!

Stand 10/2011  | KOMMA, Marchlewskistr. 88, 10243 Berlin