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Die nachfolgenden Informationen sind nicht als Konsumaufforderung zu verstehen!

 

Ecstasy

Beschreibung

Die genaue Bezeichnung lautet 3,4-Methylendioxy-N-methylamphetamin (MDMA). Ecstasy ist ein Amphetaminderivat (Abkömmling). Es existieren noch weitere Amphetaminderivate (z. B. MDE, MDA, MMDA etc.), die häufig auch als Ecstasy bezeichnet werden, aber in ihrer Wirkung abgewandelt sind.

 

Aufnahme und Abbau

Die Droge wird in Tabletten- oder Kapselform geschluckt, selten auch als Pulver geschnupft. Etwa 15 bis 20 Minuten nach Einnahme macht sich Unruhe bemerkbar, nach ca. 20-60 Minuten entfaltet die Droge ihre volle Wirkung. Sie wirkt vor allem auf die Serotoninspeicher in den Nervenzellen des Gehirns und ist ein Serotoninwiederaufnahmehemmer, aber auch auf die Neurotransmitter Dopamin und Noradrenalin. Nach 3 bis 5 Stunden klingt die Wirkung ab. Es entwickelt sich sehr schnell eine Toleranz, welche nach 2-3 Wochen Konsumstop wieder abgebaut ist. Es gibt keine nachweisbare körperliche Abhängigkeit (keine Entzugssymptome), wohl aber eine mitunter starke psychologische Abhängigkeit.

 

Wirkung

 
Kurzfristige Wirkung auf das Erleben
und Verhalten
 

Physiologische Wirkung

Glücksgefühl

Muskelkrämpfe

Selbstakzeptanz

Starkes Schwitzen

Entaktogene Wirkung, d.h. innerpsychische Barrieren werden abgebaut

Kreislaufstörungen

Intensivierung visueller, taktiler und akustischer Reize

Pupillenweitung

Verringerung von Schmerz-, Hunger- und Durstgefühlen

Gelegentlich Erbrechen

Angstfreiheit

Anstieg der Körpertemperatur

Zeitverzerrung

Mundtrockenheit

Veränderungen der Gedächtnisleistungen

Erhöhung von Herzfrequenz und Blutdruck

 

Langzeitfolgen

Die psychologischen Langzeitfolgen bei Dauerkonsum sind:
Eine latent vorhandene Schizophrenie kann ausgelöst werden, Beeinträchtigung der Vigilanz (Aufmerksamkeit) und der Konzentrationsfähigkeit, Störung der Handlungsplanung und –inhibition (Handlungsverhinderung).

Die physiologischen Folgen bei Dauerkonsum sind:
Gefahr der Leber- und Nierenschädigung, Hirnschäden im Bereich der Serotoninsysteme sind nachgewiesen (kann zu Niedergeschlagenheit, Leere, Gefühlsarmut oder Depression führen), Herz-Kreislaufkrankheiten können verstärkt werden, ebenso wie Krampfleiden und Diabetes.

 

Suchtgefahr

Ecstasy führt zu keiner körperlichen Abhängigkeit; jedoch kann es zu einer psychischen Abhängigkeit kommen, wenn Ecstasy zur Gewohnheit wird und Du ohne nicht mehr gut drauf sein kannst bzw. Ecstasy Deine Fluchtmöglichkeit wird, um den Alltag und die Probleme zu vergessen.
Ein erstes Anzeichen für eine drohende Abhängigkeit sind Entzugssymptome wie Nervosität, Gereiztheit, Anspannung, Angst oder Depression, wenn Du mit dem Konsum aufhörst oder, falls Du ganz unruhig wirst, wenn Du mal nichts mehr hast oder nichts bekommst!

Bei dauerhafter, regelmäßiger Einnahme lassen die bewusstseinserweiternden, aufputschenden  Effekte stark nach. Auch eine Dosissteigerung der Ecstasy-Einnahme bringt irgendwann nichts mehr, nur die Nebenwirkungen steigen rapide an! Diese sogenannte Toleranzentwicklung wird nur vermieden, wenn Du nach Konsum für mindestens 14 Tage Pause machst.
Ist die eingenommene Substanz entweder gar kein Ecstasy oder mit anderen Drogen verpantscht, wird das physische und psychische Abhängigkeitspotential unkalkulierbar.

 

Wechselwirkungen

Mischkonsum mit Speed oder Alkohol zerstört den E-Film, was hast Du davon?

Alkohol ist als Beikonsum mit Ecstasy sehr schlecht, weil Alkohol Deinem Körper noch mehr Wasser entzieht als Ecstasy alleine. Trinke stattdessen viel Wasser oder noch besser elektrolythaltige Getränke ohne Alkohol!
Speed verhindert das Durstgefühl noch mehr als Ecstasy alleine, denke an das Wasser Trinken!

Polytoxikomanisches Konsumieren, also das gleichzeitige Gebrauchen von mehr als 2 verschiedenen Drogen birgt ein hohes Risiko an unerwünschten und unerwarteten Nebeneffekten. Bleibe besser bei nur einer Substanz!

Vorsichtsmaßnahmen

  1. Konsumiere nicht, um Sorgen oder Probleme zu vergessen.
  2. Schaffe Dir eine angenehme Atmosphäre und konsumiere nicht alleine
  3. Vermeide Mischkonsum, vor allem mit anderen chemischen Substanzen, da sich die unerwünschten Nebenwirkungen potenzieren und somit das Gesundheitsrisiko erheblich steigt: Kollaps
  4. Viel Wasser / elektrolythaltige Getränke ohne Alkohol trinken, um der Austrocknung entgegenzuwirken
  5. Gelegentlich eine Tanzpause einlegen und frische Luft schnappen gehen
  6. Falls die E-Wirkung nicht gleich einsetzt, warte unbedingt 1-2 Stunden mit den Nachlegen, um Überdosierung zu vermeiden
  7. Konsumiere auf keinen Fall, wenn Du Asthma, Epilepsie, Diabetes, hohen Blutdruck, Leber- / Nierenschäden, eine Psychose hast, Medikamente nimmst oder wenn Du schwanger bist
  8. Hände weg vom Steuer nach Konsum

Die Erhöhung der Körpertemperatur und das gleichzeitige Nichtvorhandensein der Warnsignale (Durst, Schmerzen) kann eine lebensgefährliche Dehydration (Austrocknen des Körpers) entstehen. Trinke daher immer viel Wasser / elektrolythaltige Getränke ohne Alkohol, auch wenn Du keinen Durst verspürst. Alkohol verstärkt die Austrocknung, ist also nicht angezeigt!

 

Im Notfall

Falls jemand einen Kreislaufkollaps (kalter Schweiß, Schwindel, Übelkeit oder Atemnot) erleidet: Sorge für frische Luft, Ruhe und etwas Alkoholfreies zu trinken. Rede mit der Person ruhig und langsam.

Bei Erbrechen und Bewusstlosigkeit: Bringe die Person in die stabile Seitenlage, damit der-/diejenige nicht ersticken kann.
Kontrolliere Puls und Atmung vor allem, wenn die Person auch andere Drogen konsumiert hat. Notfalls (also bei Atem- bzw. Herzstillstand) Beatmen (Kopf nach hinten überstrecken, Mund zuhalten, mit weit geöffnetem Mund die Nase umschließen und 2 Atemstöße geben) und Herzmassage (Hände übereinander auf die Mitte des unteren Brustbeins legen und mit gestreckten Armen durch das eigene Körpergewicht schnell 15- bis 30-mal den Brustraum 4-5 Zentimeter niederdrücken) durchführen. 
Falls Du Dich erbrichst, Dich aber gut fühlst, trinke danach vorsichtig Wasser oder noch besser elektrolythaltige Getränke ohne Alkohol! Erbrechen entzieht dem Körper Flüssigkeit.

Falls nötig, rufe den Notarzt (Telefonnummer 112), erwähne, dass die Person nicht ansprechbar ist  und beschreibe diesem dann vor Ort was vorgefallen ist (vor allem welche Drogen konsumiert wurden). Wenn jemand ohnmächtig wird: auf jeden Fall einen Arzt rufen!
Der Arzt hat Schweigepflicht, die Polizei nicht.

 

Nicht in Panik geraten und vor allem die betroffene Person nicht alleine lassen!
Nicht einfach wegschauen, wenn es jemandem schlecht geht!

Stand 10/2011  | KOMMA, Marchlewskistr. 88, 10243 Berlin